Herbstvorträge 2024 “Umbruch-Aufbruch-Durchbruch” 4. September 2024, 19:30 21:30

Die Herbst­vor­trä­ge sind ein For­mat, das sich in Zusam­men­ar­beit mit dem Agri­co­la­fo­rum der Katho­li­schen Aka­de­mie in ihrer The­ma­tik und inhalt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung ganz direkt auf das Kul­tur­haupt­stadt­mot­to “C the unseen“ bezie­hen. Unter der Über­schrift „Umbruch – Durch­bruch – Auf­bruch“ sol­len in die­sem Jahr ver­schie­dens­te Aspek­te von Brü­chen und der damit ein­her­ge­hen­den Mög­lich­keit zur Hei­lung und Ver­söh­nung sowohl theo­lo­gisch als auch gesell­schaft­lich in den Blick genom­men wer­den.

Die Ver­an­stal­tung fin­det in Zusam­men­ar­beit von Katho­li­scher Aka­de­mie, der Katho­li­schen Pfar­rei Hl. Mut­ter Tere­sa Chem­nitz und Kul­tur­haupt­stadt Chem­nitz 2025 statt.

Jeweils 19.30 Uhr, im Gemein­de­zen­trum St. Johan­nes Nepo­muk (Hohe Stra­ße 1, 09112 Chem­nitz)


04.09.2024
„Umbruch – Auf­bruch – Durch­bruch … bio­gra­fi­sche Ein­schnit­te“
Dr. Ulri­ke Lynn, Katho­li­sche Beauf­trag­te der Kul­tur­haupt­stadt 2025 im Gespräch mit ande­ren Berich­ten­den

Das Leben eines jeden Men­schen ist geprägt von Pha­sen des Wan­dels, der Her­aus­for­de­run­gen und der Erneue­rung. Vie­le bio­gra­fi­sche Ein­schnit­te for­men und defi­nie­ren das eige­ne Den­ken, Füh­len und Han­deln, indem sie dazu ein­la­den, alte Mus­ter zu hin­ter­fra­gen, neue Wege zu beschrei­ten und unser Selbst­ver­ständ­nis wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Die Begrif­fe Umbruch, Durchbruch und Aufbruch haben eines gemein­sam: den Bruch, der das Leben ver­än­dert.

Umbrü­che mar­kie­ren Zei­ten des Umstur­zes und der Unsi­cher­heit. Es sind Momen­te, in denen das gewohn­te Leben ins Wan­ken gerät. Dies kann durch äuße­re Ereig­nis­se wie den Ver­lust eines Jobs, ein Todes­fall, eine Tren­nung oder eine schwe­re Krank­heit aus­ge­löst wer­den. Aber auch inne­re Ent­wick­lun­gen, wie das Errei­chen eines Wen­de­punkts im Den­ken oder Füh­len, kön­nen einen Umbruch her­vor­ru­fen.

Aus die­sem inne­ren Cha­os kann ein Durch­bruch her­vor­ge­hen – Momen­te der Klar­heit und Erkennt­nis, die plötz­li­che Offen­ba­rung eines neu­en Sinns oder einer neu­en Rich­tung. Durch­brü­che kön­nen sich als Erleuch­tung oder als ein lang­sa­mer Pro­zess der Ein­sicht zei­gen und schen­ken Auf­wind für eine Pha­se der Akti­vi­tät und des Neu­be­ginns. Im Auf­bruch wer­den gewon­ne­ne Erkennt­nis­se in die Tat umge­setzt und das zer­bro­che­ne Leben neu geord­net und gestal­tet. Die­ser Pro­zess ist oft von einem Gefühl der Erneue­rung und des Opti­mis­mus geprägt und beinhal­tet wich­ti­ge Ele­men­te des Hei­lens und der Ver­söh­nung mit der eige­nen Lebens­ge­schich­te.

Brü­che sind unver­meid­li­che Bestand­tei­le des mensch­li­chen Lebens. Sie kenn­zeich­nen die Momen­te tief­grei­fen­der Ver­än­de­run­gen und per­sön­li­cher Ent­wick­lung. Jeder die­ser Ein­schnit­te trägt dazu bei, über das eige­ne Selbst hin­aus­zu­wach­sen und neue Aspek­te der Per­sön­lich­keit zu ent­de­cken.

Die­sen Lebens­pha­sen von Umbruch, Durch­bruch und Auf­bruch wol­len wir uns an die­sem Abend wid­men und über die Brü­che ein­zel­ner Bio­gra­fien ins Gespräch kom­men. Betrof­fe­ne erzäh­len von ihren Erfah­run­gen im Umgang mit Wen­de­punk­ten in ihren eige­nen Geschich­ten und neh­men uns mit hin­ein in die Pro­zes­se ganz per­sön­li­chen Wan­kens und Hei­lung.


11.09.2024
„Der ver­las­se­ne Jesus als Schlüs­sel zum Leben in Brü­chen – Ein Zugang aus der Spi­ri­tua­li­tät der Foko­lar­be­we­gung“
Ben­no Schäf­fel, Probst

Etwa zeit­gleich mit den theo­lo­gi­schen Ant­wort­ver­su­chen auf das Grau­en des Holo­caust macht die Tri­en­ter Katho­li­kin Chia­ra Lubich die geist­li­che Ent­de­ckung des gekreu­zig­ten Jesus, der nach dem Mar­kus- und dem Mat­thä­us­evan­ge­li­um vom Kreuz sei­ne Gott­ver­las­sen­heit hin­aus­schreit. Für Chia­ra Lubich und die ent­ste­hen­de Foko­lar­be­we­gung soll­te dies zum Impuls wer­den, sich in einer von Brü­chen und Ver­wer­fun­gen gekenn­zeich­ne­ten Welt für Annah­me, Hei­lung und Ein­heit ein­zu­set­zen.

So wird das Phä­no­men des gekreu­zigt-ver­las­se­nen Got­tes und die spi­ri­tu­el­le Rele­vanz die­ses Geheim­nis­ses reflek­tiert.

Propst Ben­no Schäf­fel ist Pfar­rer in Chem­nitz und gehört seit sei­ner Jugend der Foko­lar­be­we­gung an und inspi­riert sich an ihrer Spi­ri­tua­li­tät.


02.10.2024
„Ist die Kir­che noch zu ret­ten? Stär­ken und Schwä­chen, Chan­cen und Risi­ken aus sozio­lo­gi­scher Sicht“
Prof. Dr. Dr. Micha­el N. Ebertz, Reli­gi­ons­so­zio­lo­ge und Theo­lo­ge

Fata­lis­mus macht sich in der Kir­che breit, wenn es um ihre Zukunft geht. Nie­der­gän­ge und Unter­gän­ge wer­den in Abge­sän­gen vor­ge­tra­gen, wei­ner­lich, küm­mer­lich, erbärm­lich. Selbst­mit­leid scheint an der Tages­ord­nung. Im Umbruch wird statt Auf­bruch Abbruch kom­mu­ni­ziert. Gibt es kei­ne Zukunft für die Kir­che in Deutsch­land? Der Refe­rent, Sozio­lo­ge und Theo­lo­ge, stellt sich quer und ruft: Die Kir­che hat Chan­cen – nahe bei den Men­schen von heu­te, ohne sie zu ver­ein­nah­men. Mit guten Grün­den?

Der Reli­gi­ons­so­zio­lo­ge und Theo­lo­ge Prof. Dr. Dr. Micha­el N. Ebertz lehr­te Sozi­al­po­li­tik, Sozio­lo­gie, freie Wohl­fahrts­pfle­ge und kirch­li­che Sozi­al­ar­beit an der Katho­li­schen Hoch­schu­le Frei­burg.


Kommende Termine

11.09.2024Herbstvortrag mit Benno Schäffel: „Der verlassene Jesus als Schlüssel zum Leben in Brüchen - Ein Zugang aus der Spiritualität der Fokolarbewegung"02.10.2024Herbstvortrag mit Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz: „Ist die Kirche noch zu retten? Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken aus soziologischer Sicht“

Veranstaltungsort

Propsteikirche St. Johannes Nepomuk

Hohe Straße 1
09112 Chemnitz OT Kaßberg